Und das Material der Kunst, ihr Inhalt und Stoff, ist der Künstler selbst. Was er hervorbringt und formt, ist Reflexion des Ich und Ausdruck des Ich in sich erforscht er die Welt.

Der Versuch, das nicht Sichtbare sichtbar zu machen, hilft uns, die eigene Bildlosigkeit - eine Krankheit unserer Zeit -, zu überwinden, hilft uns aus der Formlosigkeit zur Form, aus der Entscheidungslosigkeit zur Entscheidung zu kommen; läßt uns besondere, nicht beachtete Teilansichten des Lebens deutlich werden, auch - damit uns die Undeutlichkeit unseres eigenen Lebens bewußt wird.

Und die Grenze der Zeichnung? Sicher nicht das noch nie Gezeichnete, sondern das Nichtzeichenbare, das dann wieder mit anderen Mitteln auszudrücken wäre: durch die Sprache, den Reim, durch Töne, durch Musik.

Rolf Sackenheim Professor für freie Grafik an der Kunstakademie Düsseldorf